WEKO eröffnet Untersuchung zu möglichen Submissionsabreden im Kanton Jura

Gemäss Medienmitteilung vom 20. November 2025 hat die Wettbewerbskommission
(WEKO) ein neues Verfahren gegen mehrere Bauunternehmen im Kanton Jura eingeleitet.
Im Raum steht der Verdacht, dass diese Angebote und Preise im Hoch- und Tiefbau über
mehrere Jahre hinweg koordiniert haben. Die WEKO hat Hausdurchsuchungen
vorgenommen und prüft nun, ob unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen vorliegen.

Hintergrund

Die WEKO hat Hinweise erhalten, dass sechs Unternehmen bei Ausschreibungen der
öffentlichen Hand und privater Auftraggeber ihre Preise und Offerten untereinander
abgestimmt haben könnten. Zur Beweissicherung wurden Hausdurchsuchungen bei
mehreren beteiligten Firmen durchgeführt. Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, ob
koordinierte Preis- oder Angebotsabsprachen vorlagen, die den Wettbewerb unzulässig
eingeschränkt haben.

Einordnung

Dieser Fall unterstreicht die Sensibilität der Baubranche für kartellrechtliche Risiken. Die
Baubranche steht denn auch seit Jahren im Fokus der WEKO.

Im Rahmen zulässiger Arbeitsgemeinschaften (ARGEs) haben Unternehmen in der
Baubranche regelmässig Kontakt mit Wettbewerbern. Derartige zulässige
Kooperationsformen sind von unzulässigen Kartellen wie z.B. Submissionsabreden zu
unterscheiden. Während zulässige ARGEs den Wettbewerb intensivieren, schwächen
Submissionsabreden den Wettbewerb und treiben die Preise in die Höhe. Sie gehören
deswegen zu den schwerwiegendsten Abreden und können zu aufwändigen Verfahren,
hohen Geldbussen und weiteren Nachteilen führen.

Unternehmen sollten ihre Compliance-Strukturen und Offert-Prozesse regelmässig prüfen,
um kartellrechtliche Risiken zu reduzieren. Auch regelmässige Schulungen können
empfehlenswert sein. Kommt es dennoch zu einer Untersuchung, ist eine fachgerechte
Beratung ab der ersten Stunde wichtig, um die Rechte effektiv wahren zu können.

Für die von der Untersuchung betroffenen Unternehmen gilt die Unschuldsvermutung.

Die Medienmitteilung finden sie hier.

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